Korrosionsschutz in der Automobilindustrie

Die Automobilindustrie stellt an Oberflächenbeschichtungen besonders hohe Anforderungen. Fahrzeugkomponenten sind extremen Umweltbedingungen ausgesetzt – von Streusalz und Feuchtigkeit bis hin zu Temperaturwechseln und mechanischer Belastung. Galvanische Beschichtungen spielen eine zentrale Rolle beim Schutz dieser Bauteile.
Anforderungen der Automobilindustrie an Korrosionsschutz
Die Automobilhersteller (OEMs) definieren strenge Korrosionsschutzanforderungen in ihren Werksnormen. Typische Anforderungen umfassen:
- Salzsprühnebeltest nach DIN EN ISO 9227: Mindestens 720 Stunden ohne Rotrost für sicherheitsrelevante Bauteile
- Klimawechseltests: Simulation realer Umweltbedingungen über mehrere Wochen
- Steinschlagprüfung: Haftfestigkeit der Beschichtung unter mechanischer Belastung
- Temperaturbeständigkeit: Funktionsfähigkeit von -40°C bis +180°C
Zink-Nickel: Der Goldstandard im automobilen Korrosionsschutz
Die Zink-Nickel-Beschichtung hat sich als bevorzugte Lösung für den Korrosionsschutz im Automobilbau etabliert. Mit einem Nickelanteil von 12–16 % bietet sie herausragenden Schutz:
Vorteile der Zink-Nickel-Beschichtung:
- Korrosionsbeständigkeit bis zu 1000 Stunden im Salzsprühnebeltest
- Temperaturbeständigkeit bis 180°C (ideal für Motorraum-Komponenten)
- Kathodischer Schutz des Grundwerkstoffs
- Kompatibel mit Passivierungen nach Cr(VI)-freien Verfahren (RoHS/REACH-konform)
Typische Anwendungen im Automobil:
- Bremskomponenten (Bremsleitungen, Halter)
- Fahrwerkskomponenten (Schrauben, Bolzen, Achsteile)
- Motorraum-Bauteile (Befestigungselemente, Halterungen)
- Kraftstoffsystem-Komponenten
Hartverchromen für Verschleiß und Korrosion
Das Hartverchromen bietet eine Kombination aus Verschleißschutz und Korrosionsbeständigkeit, die für hochbelastete Bauteile im Antriebsstrang unverzichtbar ist:
- Schichtdicke: 10–500 µm je nach Anforderung
- Härte: 850–1100 HV (härter als die meisten Stähle)
- Reibungskoeffizient: Sehr niedrig, ideal für Gleitanwendungen
- Anwendungen: Kolbenstangen, Hydraulikzylinder, Ventilkomponenten
Galvanisches Vernickeln als Korrosionsbarriere
Die galvanische Vernickelung dient häufig als Zwischenschicht oder eigenständiger Korrosionsschutz:
- Halbglanz-Nickel + Glanz-Nickel im Duplex-System für maximalen Schutz
- Hervorragende Haftung auf Stahl, Kupfer und Aluminium (nach Vorbehandlung)
- Basis für nachfolgende Verchromung bei dekorativen Anwendungen
Prüfverfahren und Qualitätssicherung
Bei DROLLINGER setzen wir auf umfassende Qualitätssicherung gemäß ISO 9001:
- Schichtdickenmessung: Röntgenfluoreszenz (RFA) nach DIN EN ISO 3497
- Haftfestigkeitsprüfung: Gitterschnitt nach DIN EN ISO 2409
- Korrosionsprüfung: Salzsprühnebeltest nach DIN EN ISO 9227
- Wasserstoffarmglühen: Für hochfeste Stähle zur Vermeidung von Wasserstoffversprödung
Umweltaspekte und Nachhaltigkeit
Moderne Korrosionsschutzverfahren berücksichtigen Umweltaspekte:
- Cr(VI)-freie Passivierungen als Standard (REACH-konform)
- Geschlossene Wasserkreisläufe zur Minimierung des Wasserverbrauchs
- Energieeffiziente Anlagentechnik
- Recycling von Prozesschemikalien
Fazit
Der Korrosionsschutz in der Automobilindustrie erfordert höchste Präzision und Prozesssicherheit. Mit unseren vollautomatisierten Anlagen und der Zertifizierung nach ISO 9001 bieten wir reproduzierbare Ergebnisse für Serien- und Einzelteilfertigung. Kontaktieren Sie uns für eine individuelle Beratung zu Ihren Korrosionsschutzanforderungen.





